Im B-Part Exhibition, dem Kultur-Hub der Urbanen Mitte am Gleisdreieck, eröffnet am 11. April 2025 die Gruppenausstellung „Here Could Be Home“, in der sich sechs aufstrebende polnische Künstler*innen mit den Fragen nach Zugehörigkeit, Identität und der Idee von Heimat auseinandersetzen. Agata Feledyn, Weronika Gołaś, Allen Mack, Julia Marchowska, Bartłomiej Mikuła und Jakub Wójcik gestalten eigens für die Ausstellung entwickelte Werke, die zwischen Installation, Performance, Klang, Textil, Malerei und Film oszillieren. In der Reihe „Moving Grounds“, die sich mit dem erweiterten Kunstbegriff im experimentellen Kontext beschäftigt, bildet die Ausstellung die vierte Position dieser kuratorischen Auseinandersetzung. Die künstlerischen Beiträge kreisen dabei um die zentrale Frage: Was lässt einen Raum zu einem Zuhause werden?
Zuhause als Zustand, nicht als Ort
Das Kollektiv versteht Heimat dabei nicht als festen Ort, sondern als ein emotionales Gefüge – flüchtig, fragmentiert, oft widersprüchlich. In interaktiven, teils immersiven Arbeiten behandeln die Künstler*innen individuelle Erfahrungen von Verwurzelung, Migration, Fürsorge und Sehnsucht. So lädt Agata Feledyn mit Klanginstallationen zur akustischen Erinnerung ein, während Weronika Gołaś textile Gebilde schafft, die an Schutzräume erinnern. Julia Marchowska verarbeitet gebrauchte Kleidung zu skulpturalen Rückzugsorten, und Allen Mack untersucht in seinen Gemälden das Gefühl des Dazwischen-Seins. Bartłomiej Mikuła bringt performative Rituale in den Raum, während Jakub Wójcik mit kontemplativen Filmsequenzen Identität und Bewusstsein hinterfragt.
Zwischen Intimität und kollektiver Erfahrung
Die Ausstellung spürt dem Spannungsfeld zwischen Beständigkeit und Veränderung, Nähe und Entfremdung nach. Die Werke eröffnen persönliche Perspektiven auf den Wunsch nach Zugehörigkeit – und laden zugleich das Publikum dazu ein, sich diesen Fragen selbst zu stellen: Kann ein Raum ein Zuhause sein? Und wie lässt sich dieses Gefühl erschaffen, pflegen, vielleicht sogar teilen?
Gemeinsamer Hintergrund, offene Zukunft
Was die sechs Künstler*innen verbindet, ist nicht nur ihre Herkunft, sondern auch das Aufwachsen mit neuen Freiheiten: Reisen, Bildung im Ausland, Zugang zu globalen Netzwerken. In einem gemeinsamen Statement reflektiert das Kollektiv: „Unser Gefühl von Heimat ist geprägt von Mobilität und Möglichkeiten – aber auch von Unsicherheit und der Suche nach Stabilität. Wir tragen einen Kompass in uns, der zwar beweglich ist, aber stets nach Verwurzelung sucht.“
B-Part Exhibition als Ort der Resonanz
Der Ausstellungsraum B-Part Exhibition versteht sich als Plattform für künstlerische Autonomie im Herzen der Urbanen Mitte am Gleisdreieck. Die Ausstellung „Here Could Be Home“ tritt nicht nur in Dialog mit ihrer räumlichen Umgebung, sondern auch mit den übergeordneten Themen des Gesamtprojekts – darunter neue Arbeitswelten, Kultur und Gemeinschaft.
Kuratiert wird die Ausstellung von Rüdiger Lange (loop – Raum für aktuelle Kunst).(jp)