A100-Brücke wird abgerissen - Ringbahn noch wochenlang dicht

Foto von Jens Kalaene/dpa

Die Berliner Ringbahn im Westen der Hauptstadt bleibt für gut drei weitere Wochen zwischen den Stationen Halensee und Westend gesperrt. Grund ist der Abriss der darüber verlaufenden Autobahnbrücke, den die bundeseigene Autobahngesellschaft nun beschlossen hat, wie sie mitteilte.

«Nach intensiver Prüfung beider Optionen – Abriss oder Stütze – hat sich die Autobahn GmbH für den vollständigen Abriss entschieden», hieß es in einer Mitteilung. Damit habe man sich bewusst für die schnellere Lösung entschieden, sagte Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH. Auch die Westendbrücke werde vorzeitig abgerissen.

Riss im Tragwerk der Brücke hatte sich vergrößert

«Die Abrissarbeiten an beiden Brücken sollen bis zum 25. April weitgehend abgeschlossen sein. Danach sollen die Gleise für die Ringbahn zwischen Halensee und Westend für die Inbetriebnahme wieder zur Verfügung stehen.» Ob die S-Bahn dann schon am 26. April wieder fahren kann, war zunächst offen. 

Die Brücke der A100 ist Teil des Autobahndreiecks Funkturm. Nachdem sich ein schon seit langem bekannter Riss im Tragwerk der Brücke überraschend vergrößert hat, wurde die dreispurige Fahrbahn Mitte März kurzfristig für den Autoverkehr komplett gesperrt.

Nachdem Fachleute die Situation per Gutachten weiter sondiert hatten, ließ die Autobahngesellschaft auch die unter der Brücke verlaufende S-Bahn-Trasse sperren. Seither ist der Ringbahnverkehr auf dem Abschnitt im Berliner Westen eingestellt. 

Normalerweise fahren täglich Zehntausende auf S-Bahn-Abschnitt

Angaben der Berliner S-Bahn zufolge fahren normalerweise täglich rund 50.000 Fahrgäste auf dem betroffenen Abschnitt. Stärker frequentiert ist die Ringbahn allerdings im Berliner Osten. Dort steigen den Angaben zufolge jeden Tag rund dreimal so viele Fahrgäste ein. Der Zugverkehr dort ist nicht von der Sperrung betroffen. 

Das Autobahndreieck ist einer der am bundesweit stärksten belasteten Verkehrsknoten. Täglich sind dort rund 230.000 Fahrzeuge unterwegs, etwa 95.000 befuhren jeden Tag die nun gesperrte Brücke. Wie lange es dauert, bis die Brücke neu gebaut und für den Verkehr wieder freigegeben wird, ist unklar.

Wissing: Neubau muss schnell folgen

Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos) sagte: «Nach Sicherstellung der Finanzierung muss es jetzt Schlag auf Schlag gehen. Dem Abriss muss jetzt zügig der Ersatzneubau folgen.» Berlins Regierender Bürgermeister hatte kurz zuvor gesagt, dass zwei Jahre «eine gute Zeit» für den Neubau der Brücke wären.

Die Bundesregierung stellt für den zügigen Ersatzneubau der Brücke trotz der vorläufigen Haushaltsführung rund 150 Millionen Euro bereit.


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